Modedesignerin: LM-by Linah Mahmoud. Foto von Mai Alharbi.
Saudi-Arabiens Modetrends

Mix aus Tradition und Flair

Saudi-Arabiens Mode- und Schönheitstrends

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Wenn Sie an Mode und Schönheit denken, kommen Ihnen sicher Städte wie Paris, New York und Mailand in den Sinn. Doch es gibt einen neuen Mitspieler in der Mode- und Schönheitsszene: Saudi-Arabien. Modedesigner wie Hatem Alakeel und Make-up-Künstlerin wie Yara Alnamlah mischen moderne Ästhetik mit traditionellen Stilen, um Looks zu kreieren, die für Saudi-Arabien stehen und sich auch „in der Welt von High Fashion behaupten können“, sagt Alakeel.

Foto von Aleksandra Kubik
Foto von Aleksandra Kubik

Junge Saudis, die ihre Individualität zum Ausdruck bringen. Modedesigner: Klub (klub-me.com).

Die neuesten Modetrends in Saudi-Arabien

„Die Generation Z ist nicht mehr fixiert auf etablierte Marken wie Balenciaga und Gucci. Sie bevorzugen eher einheimische Kombinationen“, sagt Alakeel. Marken wie Yeezy und Adidas würden bei der heutigen Jugend zwar „sehr gut ankommen“, aber auch kunstinspirierte Mode sei beliebt. Daher findet man in Saudi-Arabien durchaus T-Shirts mit einem Slogan, der von einem örtlichen Mixed-Media-Künstler entworfen wurde.

Die ältere Generation der Saudis ist zwar immer noch ein Fan der klassischen, renommierten Marken, bevorzugt aber inzwischen einen „High-Low"-Ansatz in der Mode - wie die Kombination einer Luxustasche mit einem Fast-Fashion-Outfit. Der bewusste Konsum hat auch die Mode in Saudi-Arabien geprägt, sagt Alakeel. „Der aktuelle Trend dreht sich um Stücke, die man lange tragen kann."

Alakeel in einem seiner eigenen Designs.

Alakeel in einem seiner eigenen Designs.

Traditionelle saudi-arabische Kleidung - mit Pfiff

„Seiner Kultur verbunden zu sein, bedeutet nicht, rückständig zu sein“, sagt Alakeel. „Es bedeutet, dass man einen starken Sinn für Identität hat.“ Entsprechend besteht Alakeels Linie - Toby by Hatem Alakeel - überwiegend aus Thobes sowie einer gut sortierten Auswahl an Herrenkonfektionshemden. Alakeel, der sich schon immer zur Mode hingezogen fühlte, machte seinen Abschluss in Marketing und Kommunikation und arbeitete schließlich in der Marketingabteilung einer Bank, wo er jeden Tag einen Thobe trug. Dabei kam ihm die Idee, „einen Hauch von 'Savile Row' in die Tradition zu bringen“.

Mit Unterstützung örtlicher Schneider fertigte er seinen eigenen, individuelleren Thobe an. „Die Leute in der Bank fragten mich, woher ich ihn hatte.“ Im Jahr 2007 eröffnete er sein erstes Geschäft in Saudi-Arabien und im Jahr 2008 wurde er gebeten, seine Kollektion auf der Dubai Fashion Week zu zeigen. Seitdem haben Mode- und Musikstars wie Christian Louboutin und Snoop Dogg die Entwürfe von Alakeel getragen. Aber sein typischer Kunde ist „jeder Araber oder Muslim, der etwas Traditionelles mit ein bisschen Pfiff will“, sagt er.

Foto von Mai Alharbi
Foto von Mai Alharbi

Betonte Lippen und Wimpern sind in Saudi-Arabien in Mode.

Saudi-arabische Schönheitsprodukte und Trends

In der Regel tragen Frauen in Saudi-Arabien eine Abaya, wobei Frauen aus anderen Ländern nicht dazu verpflichtet sind (für Besucherinnen wird jedoch weiterhin dezente Kleidung empfohlen). „Natürlich gibt es immer noch Frauen, die ihr Gesicht aus Tradition oder aus religiösen Gründen bedecken“, sagt Alakeel. Er merkt an, dass sich die Kultur zwar ständig weiterentwickelt, es aber wichtig ist, die Werte der früheren Generationen zu respektieren. „Ohne sie hätten wir nicht unsere starken Werte.“

Was die Schönheitstrends angeht, so können Frauen wie Yara Alnamlah, eine Make-up-Künstlerin, Bloggerin und YouTuberin, die ihre eigene Kosmetiklinie entwickelt, eine Kopfbedeckung tragen und gleichzeitig ein trendiges Make-up wie rote Smokey Eyes tragen. Auch Hautpflege ist in Arabien angesagt, besonders seit dem Beginn der Pandemie, sagt Alakeel. „Die Menschen möchten sich einfach besser in ihrer eigenen Haut fühlen“, sagt er. „Wir sind von der Eitelkeit zur Menschlichkeit übergegangen.“

Für einen Einblick in den modernen saudi-arabischen Stil sehen Sie sich das Video von Alakeel mit der Schauspielerin Fatima Albanawi an, dem Star des saudi-arabischen Oscar-Beitrags Barakah Meets Barakah von 2017.

Didi Gluck ist eine Journalistin, die seit über 20 Jahren über Reisen, Kultur und Mode für Publikationen wie Travel + Leisure, JWM, Marie Claire, Harper's Bazaar und Elle schreibt.

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